Herbstzeit - Erntezeit

Haselnuss

Jahrhundertelang waren die Früchte von Hecken und die des Waldes wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens. Sie dienten als Grundlage für Marmelade, Säfte, Schnaps und Likör oder schlicht als Tierfutter. Im Herbst wurden Brombeeren, Schlehen, Hegebutten, Holunder, Vogelbeeren und Co. gesammelt und verarbeitet. Aber auch Wal- und Haselnüsse landeten in der heimischen Vorratskammer. 

Heute reicht der Weg in den Supermarkt und die Endprodukte sind mit einem Griff organisiert - unabhängig von der Jahreszeit und ohne Aufwand. Aus welchen Teilen der Welt die Rohstoffe und Produkte nach Deutschland kommen, darüber machen wir uns keine Gedanken.

So bleiben die Früchte inzwischen meist in den Hecken und Wäldern und stehen den Wildtieren als Nahrung zur Verfügung. Auf den ersten Blick eine durchaus positive Entwicklung. Der der zweite, genauere Blick zeigt die Problematik. Abgesehen davon, dass wir durch den Kauf von fertigen Produkten den Aufwand für die Herstellung der Lebensmittel nicht mehr erleben, hat es direkte Auswirkungen auf die Natur. Viele dieser Pflanzen verschwinden zunehmend, kaum merkbar aus unserer Landschaft und unseren Gärten. Als Früchtelieferant braucht sie niemand mehr und als Holzlieferant sind sie unwirtschaftlich. Brachflächen in Wäldern werden gleich wieder aufgeforstet und regelmäßig freigeschnitten, Wiesen bis an die Traufbäume gemäht und viele Hecken werden über die Jahre hinweg kleiner und nicht mehr gepflegt. Holunder, Haselnuss und Weißdorn sind aus den Gärten verschwunden und durch Thuja, Ziersträucher oder nicht heimische Gehölze ersetzt. Eine Entwicklung, die wir vermutlich nicht mehr aufhalten können, die sich aber langfristig auf die Artenvielfalt auswirkt.

Holunder

Hagebutten

Schlehe


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