Honig, das flüssige Gold aus der Natur und gesund ist er auch…
So
versucht jeder Imker mit seinen Bienchen jedes Jahr aufs Neue, im Einklang mit
der Natur dieses wohlschmeckende Nahrungsmittel zu gewinnen. Seit Mitte April,
genauer gesagt seit der 16. Kalenderwoche, haben wir den Bienen dafür einen
Honigraum aufgesetzt.
Das
bedeutet, dass es beim System Dadant eine klare Trennung zwischen Brutraum und
Honigraum - unterer Bereich Brutraum und oben aufgesetzt der helle
Honigraum - gibt. Das vereinfacht auch die Bewirtschaftung der Bienen:
Der
Brutraum wird der Legeleistung der Bienenkönigin und der Nahrungsversorgung für
dieselbige sowie für die Brut angepasst. In der Regel legt eine Königin ca.
2.000 Eier am Tag. Bis zum Schlüpfen der Arbeiterinnen vergehen 21 Tage.
Insofern muss der Imker den Platzbedarf von ca. 42.000 Wabenzellen zur
Verfügung stellen. Um dann auch die Nahrung – Honig und Pollen – ausreichend
und schnell zur Verfügung zu haben sollten insgesamt ca. 6-7 Waben mit jeweils
ca. 8.500 Zellen im Brutaum vorhanden sein.
Damit
der erste Honig – die Frühjahrstracht - dann Mitte Juni geerntet werden kann,
wird der Honigraum vom Brutraum getrennt aufgesetzt. Die Honigrahmen
sind nur halb so groß wie die Bruträhmchen. Warum? Nun, ein Honigrahmen kann
bis zu 2 Kilogramm wiegen, wenn er komplett gefüllt ist. Das bedeutet, dass der
Imker mit einem Honigraum 20 kg herunterwuchten muss. Mehr wäre nicht machbar.
Wenn ein solcher Honigraum gut befüllt (+50%) ist wird der nächste Honigraum
aufgesetzt. Gute Völker können zwischen 4-5 Honigräume befüllen. Wann der Honig
reif für die Ernte ist, zeigen die Bienen indem sie den Honig verdeckeln. Dann
hat er genau den richtigen Flüssigkeitsgehalt und kann geerntet werden.
Soweit die Theorie. Denn in der Praxis hängt vieles von der Natur ab:
In diesem Frühjahr konnten wir alle feststellen, dass das Wetter sehr kalt und regnerisch war. Den Bienen, damit auch den Imkern aber auch den Obstbauern hat das Wetter damit einen Strich durch die Rechnung gemacht. Denn, damit die Bienen fliegen sollte es trocken sein. Ab einer Temperatur von ca. 16°C produzieren die Blüten den Nektar als Grundlage für den Honig. So startete die Saison Mitte April noch ganz ordentlich und unsere Bienen konnten etwas Honig eintragen. Dann kamen allerdings die kalten und regnerischen Wochen. Diese Wetterlage dauerte leider bis Ende Mai. Das führte dazu, dass die Bienen den eingetragenen Honig aus dem Honigraum in den Brutraum umgetragen haben und so ihre eigene Ernährung sicherstellten. Damit haben wir das Nachsehen und der erhoffte Honig wird Mangelware…
Deswegen
werden wir den angepeilten Termin zum ersten Honigschleudern am 19. Juni 2021
verschieben…in der Hoffnung, dass wir doch noch ein bisschen Frühjahrshonig
bekommen. Wenn’s dann soweit ist, melden wir uns wieder…




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