Bienenfrühjahr

Das Frühjahr beginnt...   mit den Bienen

Nachdem wir Anfang März bereits berichtet haben, dass die Bienen sich nun auf das Frühjahr vorbereiten ist einiges geschehen...angefangen damit, dass wir von sommerlichen Temperaturen bis hin zum Wintereinbruch mit Schnee alles hatten. 

Das hat auch Auswirkungen auf unsere Bienen, die sich sehr an der Natur und dem Wetter orientieren.

Stockschau im Frühjahr
Stockschau im Frühjahr



Bei der ersten Stockschau haben wir in allen unseren Völkern eine ordentliche Menge an fleißigen Bienen vorgefunden. Diese sind mit unterschiedlichen Aufgaben beschäftigt:

  • Stockhygiene:
    Ein Teil der Arbeiterinnen ist dafür verantwortlich den Stock (Fachbegriff für die Behausung der Bienen) sauber zu halten. Heißt, sie transportieren tote Bienen und altes Wachs zum Eingang, wo alles dann bei ausreichender Temperatur vor dem Eingang entsorgt wird. Aber auch Lücken im Stock mit Propolis zu schließen.
     
  • Futternachschub:
    Wie bereits erwähnt, verlassen die Bienen ihren Stock ab einer Temperatur von circa 10 °C. Nicht nur um – nach dem langen Winter – mit dem ersten Flug auch ihren Darm zu entleeren, sondern, um nach den ersten Nahrungsquellen zu suchen. Hier können wir helfen, indem wir auf die Bepflanzung unseres Gartens achten. Hier eine Auswahl von Frühblühern, die nicht nur schön aussehen, sondern auch schon früh Futter/ Nektar bieten: Buschwindröschen, Blaustern, Traubenhyazinthe, Schneeglöckchen, Märzenbecher, Krokus. Pollen bekommen unsere Bienen vor allem aus den Blüten der Haselnuss, der Salweide, einer Bienenweide. Ihr seht, dass wir mit vielen heimischen Pflanzen nicht nur etwas für unser Auge, sondern auch für unsere Bienen tun können.


  • Bei einem Spaziergang im Wald bei Oberlengenfeld Ende März war deutlich zu hören, dass Bienen ihren Pollen auf dem Palmkätzchen (BILD 1) sammeln. Im Stock konnten wir das ebenfalls feststellen. Deutlich zu sehen im nachfolgenden Bild an den gelb bis orangenen Inhalten der Waben. Das ist der Pollen, den die Bienen als Nahrung für ihre Brut einlagern
Der gelb bis orangenen Inhalt der Waben ist frisch gesammelte Nahrung
  • Wärmezufuhr:
    Ein Bienenstock hat über das Jahr eine dauerhafte Wohlfühltemperatur von 35 °C. Damit diese Temperatur erreicht bzw. gehalten wird, gibt es „Heizerbienen“. Sie sind ausschließlich dafür zuständig und benötigen den größten Teil des Futters.  
  • Königinnenpflege:
    Damit die Königin ihr Volk „regieren“ und für ausreichend Nachkommenschaft sorgen kann, benötigt sie Futter. Mit dem Honig, der im Stock eingelagert ist, füttern die Arbeiterinnen ihre Königin.
  • Brutpflege:
    Auf dem nachfolgenden Bild ist die erste Brut des Jahres sehr gut zu sehen. Viele Arbeiterinnen sind nun damit beschäftigt – je nach Alter der Brut - mit Pollen zu füttern und schlussendlich die Wabe zu verdeckeln, damit die Larve sich zur Biene entwickeln kann. 
Die ersten Waben mit dem Nachwuchs

Dann kam der neuerliche Wintereinbruch mit sehr kalten Temperaturen. Das bedeutete, dass die Königin, trotz längerer Tage, ihre Legetätigkeit gestoppt hat. Das hat wiederum Auswirkungen auf die Volksstärke. Würde der Kälteeinbruch zulange und der Temperaturanstieg danach sehr schnell gehen hätte dies Auswirkung auf die Bestäubungsleistung des Bienenvolks. Wer soll die Blüten in der Natur bestäuben, wenn nicht genügend Bienen heranwachsen. Das führt zu Ernteausfällen beim Obst und Gemüse.

Ohne die Bestäubung durch Bienen könnten nur noch 10% des aktuellen Obst- und Gemüseangebots produziert werden. 

Aber, Gott sei Dank war dieser Kälteeinbruch nicht von langer Dauer und das Bienenleben nimmt wieder seinen normalen Lauf. 

Seit dem 05. April haben wir zwei Bienenvölker direkt an die Nahrungsquelle auf die Obstwiese umlagern können. Von dort werden wir Euch in unserem nächsten Post berichten und hoffen, den ersten Nektar zeigen zu können. Das würde bedeuten, dass unsere Bienen dann auch schon mit ihrer Arbeit an und in der Natur beginnen. 


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