Bärlauch-Zeit

Bärlauchteppich in einem Auwald


Bärlauch hat in den letzten Jahren einen richtigen Hype erlebt. Kaum ein Restaurant, das nicht inzwischen eine saisonale Bärlauchkarte hat. Bärlauch lässt sich vielfältig verwenden als Bärlauchpesto oder Paste, in Bärlauchspätzle, Bärlauchknödel, Bärlauchfrischkäse und und und. Jetzt ist die Zeit, in der man Bärlauch ernten kann. 

Wo findet man Bärlauch

Einfachste und bequemste Methode: man hat ihn im eigenen Garten. Bärlauch, der mit Knoblauch, Zwiebel und Schnittlauch verwandt ist, ist relativ anspruchslos. Was war braucht ist ein möglichst schattiges und feuchtes Plätzchen. An einem guten Standort vermehren sich die Zwiebel jedes Jahr von alleine, so dass sie schnell einen „Teppich“ bilden. Hiervon kann man einfach nach der Blüte einige Zwiebeln ausgraben und an anderer geeigneter Stelle einpflanzen. Nach der Blüte sterben die Blätter ab und die Pflanze verschwindet oberirdisch. 

Auch wenn der Bärlauch im Mai blüht, können die Blätter noch gegessen werden


Dann gibt es noch den wilden Bärlauch in der Natur. In diesem Zusammenhang zuerst die Antworten auf die vielgestellten Fragen zu Bärlauch in Hüttlingen: Ja, es gibt Bärlauch an einigen wenigen Standorten in Hüttlingen. Und nein, wir machen die Standorte nicht öffentlich, denn es handelt sich um relativ kleine Bestände und eine massive und unsachgemäße Ernte würde diese Bestände gefährden. Auch wir holen deshalb unseren Bärlauch aus dem eigenen Garten oder in Wäldern mit großen Beständen. Bärlauch wächst bevorzugt in Auwäldern oder feuchten Laubwaldbeständen. An den Hängen des Kochers und dessen Nebenflüssen ab Abstgmünd flussabwärts bis Gaildorf, gibt es noch viele solcher Wälder. In der Hauptsaison gibt es da durchaus Bestände die eine Fläche von mehreren hundert Quadratmetern bedecken. Da uns vermutlich all diejenigen killen würden, die diese Standorte, ähnlich wie bei Pilzen, seit Generationen in der Familie weitergeben, veröffentlichen wir hier keine GPS-Daten. Wir können ihnen lediglich an den nächsten Wochenenden in diesem Bereich ausgiebige Spaziergänge mit offenen Augen empfehlen. Verwenden sie zum Sammeln eine Korb, in den sie die Blätter flach hineinlegen können. In Tüten gesteckte, abgeknickte Blätter verlieren nämlich schnell ihr Aroma. Scheiden sie die Blätter des Bärlauchs am besten mit Messer oder Schere ab. Allzu starkes Reißen kann in dem meist feuchten Böden dazu führen, dass die Zwiebel auch mit aus der Erde geht. Wäre doch echt schade darum.

Vorsicht giftig!

Nein, natürlich nicht der Bärlauch. Auch nicht nachdem er geblüht hat, auch wenn dies vielfach erzählt wird. Mit Beginn der Blüte werden lediglich Blätter faserige und verlieren zunehmend an Geschmack. Die eigentliche Gefahr geht nicht von Bärlauch aus, sondern von Pflanzen, die augenscheinlich dem Bärlauch sehr ähnlich sind. Nicht selten wachsen folgende, teilweise hochgiftigen Pflanzen an den gleichen Standorten wie Bärlauch: Maiglöckchen, gefleckter Aronstab, echter Salomonsiegel oder Einbeere. An Waldrändern kann es zur Verwechslung mit der ebenfalls sehr giftigen Herbstzeitlosen kommen. 

Vorsicht - die Blätter des giftigen Maiglöckchens kann man leicht mit dem Bärlauch verwechseln
ACHTUNG VERWECHSLUNGSGEFAHR. Die Blätter des Maiglöckchens sind denen des Bärlauchs sehr ähnlich, aber extrem giftig.



Der landläufige Tipp, die Blätter zwischen den Händen zu zerreiben und dann den Bärlauch auf Grund des typischen Knoblauchgeruches zu erkennen hilft nur bedingt weiter. Das Aroma der Blätter ist so stark, dass spätestens nach dem dritten zerriebenen Blatt das ätherisch Öl in die Haut eingedrungen ist und alles nach Knoblauch riecht. Eine Unterscheidung anhand der Blüten scheidet auch aus, denn zum Zeitpunkt der Ernte blühen die Pflanzen noch nicht. Deshalb kann man den Bärlauch nur an den Blättern erkennen. Bärlauch hat breit-ovale Blätter die parallelnervig sind und eine matte Blattunterseite haben. Die Blätter haben jeweils einen Blattstängel, der bei ausgewachsenen Blättern deutlich ausgeprägt, dreikantig und hohl ist. Die Beschreibung der giftigen Verwechslungsmöglichkeiten würde den Rahmen des Posts sprengen, weshalb wir an dieser Stelle eindringlich zur Vorsicht mahnen und auf die einschlägigen Webseiten und Fachliteratur verweisen.

Guten Appetit 

Egal wo sie sich ihren Bärlauch besorgen, ob im eigenen Garten, direkt in der Natur oder aber auf den regionalen Wochenmärkten, wir wünschen einen guten Appetit. Bärlauchrezepte gibt es reichlich.  


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