Auch in der Winterzeit hat die Natur für den aufmerksamen Beobachter einiges zu bieten. Mit dem Verschwinden des Laubes werden die Nester vieler Vögel sichtbar. Neben den kleineren Nestern in Hecken und Bäumen, teilweise auch im eigenen Garten, sind dies vor allem die Nester der Raben- und Greifvögel. Diese sind sowohl auf den Bäumen entlang der Straßen als auch auf den Bäumen am Waldrand zu finden. Teilweise ist die Bauweise der Nester so markant, dass diese ohne besondere Fachkenntnisse einer bestimmten Vogelart zugeordnet werden können. Sollten Sie ein Nest entdecken, dann lassen sie das Nest bitte in Ruhe, berühren, beschädigen oder zerstören Sie das Nest nicht. Die meisten Tiere sind standorttreu und nutzen die Nester und Horste über mehrere Jahre. Abgesehen davon ist die Beeinträchtigung und Zerstörung von Nestern, insbesondere der von Greifvögeln, strafbar.
Taube:
Nest im Kronenbereich, Durchmesser ca. 20 – 30 cm, lichtes, flaches Nest aus wenigen Zweigen
Elster
Nest im Kronenbereich von Bäumen oder aber oberen Bereich in dichten Schlehenhecken, Durchmesser ca. 50 cm und größer, Nest hat immer ein kleines Dach. Teilweise können die Nester noch größer sein, da die Nester i.d.R. über mehrere Jahre benutzt und ständig ausgebaut werden. Nester sehen von weitem oft wie eine Kugel aus. Besonders oft finden sich Elsternester entlang der Straßen und innerhalb des Siedlungsbereich.
Schwieriger wird es wenn es sich um Saat- oder Rabenkrähen handelt. Hier ist eine tatsächliche Unterscheidung lediglich durch eine Beobachtung während der Brutzeit möglich. Ein fast sicherer Anhaltspunkt ist aber auch das Auffinden mehrerer Nester in unmittelbarer Nähe. Dann handelt es sich mit aller Wahrscheinlichkeit um die Nester der Saatkrähe, die im Gegensatz zu den Rabenkrähen Brutkolonien bevorzugt.
Rabenkrähe
Größere Nester in der Baumkrone mit einem Durchmesser mit bis zu 80 cm. Oftmals auch am Rand der Baumkrone, meist auf dünneren Ästen gebaut. In der Regel keine weiteren gleiche Nester im Umfeld oder gar auf demselben Baum
Saatkrähe
Nester wie Rabenkrähe, jedoch weitere Nester im Umfeld und / oder dem gleichen Baum
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| Typisch für die Nester der Saatkrähen und Rabenkrähen. Sie sind in der Kronenspitze und im Randbereich der Krone von hohen Bäumen zu finden |
Greifvögel und Kolkrabe
Die Nester, fachlich richtig in diesem Fall die Horste, der einzelnen Greifvögel und die des Kolkraben sind ohne Detailkenntnisse hinsichtlich des Horstbaus kaum zu unterscheiden. Zudem ist es nicht ungewöhnlich, dass sich die Vögel die Nester immer wieder streitig machen. Paare die zum ersten Mal brüten oder solche, die auf Grund gefällter Bäume einen neuen Horstplatz benötigen, verjagen zuerst andere Vögel bevor sie selber bauen. Das kann dann durchaus auch mal ein Saat- oder Rabenkrähennest sein. Die selber von Greifvögeln und Kolkraben angelegten Horste sind immer in direkter Stammnähe angebracht. So, dass das Nest bei normalen Windverhältnissen nicht ständig schaukelt. Dabei wird öfters eine massive Gabelung des Stammes oder sehr großer Äste als Horstplatz genutzt. Die Horste der einzelnen Greifvögel unterscheidet sich in der Größe, in kleineren Details, Nistmaterial und der An- und Abflugmöglichkeit. Insbesondere die Horste der Greifvögel sind öfters erst in der zweiten Baumreihe am Waldsaum zu finden. Die Horste von Sperbern und Habichten befinden sich nicht selten stammnah in Nadelbäumen und sind kaum zu sehen.
Um also einen Horst einer bestimmten Vogelart sicher zuzuordnen sind zusätzliche Beobachtungen während der Brutzeit notwendig. Dies muss jedoch mit äußerster Vorsicht und größtmöglichstem Abstand geschehen, da die Tiere sehr sensibel auf Störungen reagieren.



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