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| Eine der größten und ältesten Laubbaummisteln in Hüttlingen befindet sich auf einem alten Obstbaum am Fußweg zwischen Buchwaldstraße und Ahornweg |
Im Gegensatz zur landläufigen Meinung stehen Misteln nicht unter Naturschutz. Im Gegenteil, selbst Naturschutzverbände wie der NABU sehen in den Misteln eine Bedrohung für die Steuobstbestände und empfehlen die Entfernung. Seit einigen Jahren wird jährlich ein bundesweites Mistelmonitoring durchgeführt um die Verbreitung der Misteln besser dokumentieren zu können. Auch deshalb, weil sich die Mistel in Süd- und Ostdeutschland in den letzten Jahren extrem vermehrt hat. Ursächlich dafür sind wohl auch die durch die Trockenheit geschwächten Bäume, die dadurch anfälliger sind.
Misteln sind Halbschmarotzer die ihre Wurzeln im Holz der Wirtsbäume
haben und diesen dadurch Nährstoffe und Wasser entziehen. Misteln sind
immergrün, sehr stark verzweigt und können bis zu 70 Jahre alt werden. Insbesondere
älter Misteln bilden oft eine große Kugel die über einen Meter
Durchmesser haben kann.
Der Samen der Misteln wird von Vögeln verbreitet. Neben der
eher selten gewordenen Misteldrossel sind es über 25 Vogelarten, die den Samen
in Deutschland verbreiten. Dabei werden die Samen nicht nur über weite Strecken
verteilt, sondern oft auch auf dem bestehenden Wirtsbaum oder in dessen
direkten Nachbarschaft. Deshalb sind Misteln oft konzentriert anzutreffen.
Auch bei uns in Hüttlingen gibt es zahlreiche Misteln. Bisher
konnten zwei Arten festgestellt werden. So gibt es bisher noch in sehr geringem
Umfang Laubholzmisteln, die, wie der der Name es bereits sagt, ausschließlich auf
Laubbäumen wachsen. Vorrangig sind das Pappeln, Linden, Ahorn, … und natürlich
Apfelbäume. In der laubfeien Zeit sind diese gut zu sehen und einem geschulten
Baumwartauge entgeht selbst eine einjährige Mistel am Obstbaum nicht. Nicht nur
deshalb ist die jährliche Pflege der Obstbäume wichtig. Wesentlich schwerer zu
entdecken sind die Arten, die nur auf Nadelhölzern wachsen. Von diesen gibt es
einige in Hüttlingen. Anfänglich im Bereich Buchwald und in Niederalfingen/Schlierbachtal, seit kurzem auch im Bereich Oberlengenfeld. Zwischenzeitlich sind nahezu alle
Nadelbäume im Buchwald von Hüttlingen bis auf Höhe der Kocherbrücke Niederalfingen
von der Mistel massiv befallen. Es lohnt sich also ein kleiner Spaziergang in
den Buchwald mit einem konzentrierten Blick nach oben.

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